26. Juli 2017

[Rezension] Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie


Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie |
von Lauren Oliver | Verlag: Carlsen | Jugendroman | 448 Seiten |
Taschenbuch | € 8,99 Kaufen?

***

[INHALT]
Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ... (Klappentext)


[MEINE MEINUNG]
Stell dir vor, heute wäre dein letzter Tag und du wüsstest es nicht. Was würdest du tun wollen? Und was passiert in dem Moment, in dem du stirbst? Läuft dein ganzes Leben an dir vorbei? Oder fühlst und denkst du einfach gar nichts mehr? Mit diesen Fragen startet das Buch und lässt einen direkt in die Schwere eintauchen, die uns Samantha Kingston vermittelt. Es war für mich teilweise hart über ihr Leben zu lesen und besonders der erste Tag hat es mir da zu schaffen gemacht, denn anders als sie wusste ich, dass es ihre letzten Handlungen waren, dass sie dieses oder jenes als letztes zu einer Person gesagt hat und dass sie letztlich sterben würde. Wie bindet man sich an einen Menschen, von dem man weiß, dass er gleich sterben wird, mit dem man aber persönlich überhaupt nicht klar kommt? Samantha Kingston ist nämlich kein Engel. Sie ist genau die Art Mädchen, die ich damals in der Schule gehasst habe.

Wie liest sich also ein Buch, dessen Heldin man eigentlich nicht leiden kann? Tatsächlich sogar sehr gut, nachdem ich über den ersten Tag hinaus war. Der Schreibstil von Lauren Oliver war mir bereits in ihrer Delirium-Trilogie sehr lieb und auch hier lässt sie mich direkt eintauchen. Nachdem der erste Tag noch sehr ausführlich war, lief es dann ab dem zweiten Tag, den Samantha durchlebt, runder und tatsächlich habe ich sie dann nach und nach besser verstanden und fast schon etwas lieb gewonnen. Jeden Tag trifft sie andere Entscheidungen, versucht ihrem Tod zu entgehen und sieht ein, was sie alles in ihrem Leben falsch gemacht hat. Man kann sich nicht von jetzt auf gleich ändern, aber allein die Entscheidung sich zu verändern ist schon ein großer Schritt.

Ich habe dann wirklich mit Sam mitgefiebert, wollte das Geheimnis hinter allem entdecken und dass sie glücklich wird. Es war packend jeden Tag neue Dinge zu erfahren, die klein erscheinen, aber alle in der Summe zu einem verheerenden Ausgang führen. Dabei war für mich das Schockierendste, wie es überhaupt begonnen hat... Nicht minder entsetzt war ich vom Ende. Ich war so sehr von der Geschichte gefesselt, dass ich nicht wollte, dass sie endet und vor allem nicht so.

Was kann ich noch groß sagen, ohne alle wichtigen Details zu verraten? Auf diese gilt es hier nämlich zu achten, denn jede winzige Kleinigkeit hat hier seinen Einfluss, wie Samantha erkennen muss. Dabei lernt sie noch so vieles, wächst über sich hinaus und wird zu jemandem, den ich mag. Ihre Freundinnen konnten mir dagegen nie so recht ans Herz wachsen. Ich spüre ihre Freundschaft und was sie für sie fühlt, aber dennoch sind sie farblos und in meinen Augen keine guten Menschen. :(

Da mich das Buch aber insgesamt überzeugt hat, bin ich sehr froh, dass ich direkt im Anschluss den Film sehen durfte. Mehr dazu erfahrt ihr dann die Tage über in meiner Filmrezension. ;)


? von 5 Herzen


♥ Ich danke Carlsen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. ♥


Nine <3

4 Kommentare

  1. Hallo Nine,
    ich muss ehrlich gestehen, das mir Delirium gar nicht gefallen hat.
    Ich kann nicht mal genau erkären warum, aber es war einfach nicht meines.
    Das Buch hier hatte ich heute morgen dann doch erst in der Hand, hab es dann aber doch wieder weggelegt.
    Vielleicht gebe ich ihr ja noch eine weitere Chance.

    Liebe Grüße
    Melanie

    AntwortenLöschen
  2. Hey :)

    Ich habe "Wenn du stirbst ..." ja auch erst vor ein paar Wochen gehört und empfand es als emotionale Achterbahnfahrt. Ich habe auch versucht, die Gründe dafür in der Rezi auf meinem Blog verständlich darzustellen, aber das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht spoilern möchte ...

    Was die unsympathische Protagonistin angeht, bin ich auf jeden Fall bei dir, sie macht es mir auch nicht leicht, in die Geschichte reinzukommen. Das hätte auch fast zum Abbruch geführt :D.

    Liebe Grüße
    Ascari

    AntwortenLöschen
  3. Für das Buch habe ich zwei anläufe gebraucht, die Hauptcharaktere waren mir bis zum Schluß grundweg unsympathisch - so das ihr Tod fast schon ein Buch highlight war. :)

    Die kleine Schwester (die Rosenträgerin, leider fällt mir gerade weder ihr Name noch der ihrer Schweester ein) war mir aber vom ersten Auftritt an das Herz gewachsen - sie wäre eventuell ein Grund sich auch den Film mal anzusehen.

    Was mir am Buch, naja gefiel ist nicht das Wort welches ich suche, was in mir Nachklang ist Olivers schonungslos ehrliche Sicht auf Schulzeit und Gruppendynamik.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, wenn du den Film nur wegen Juliets Schwester sehen willst, dann wirst du leider enttäuscht. :(

      Nine <3

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...